Feripendamus

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Synonyme: Hyákinthos, Hyacinthus, Hyaenta, Feripendamus, Ferripendamus, Eripendanus, Schwefel

Feripendamus besitzt eine brennende, entsäuernde und keimtötende Wirkung. In seiner Geschichte wurde er gerne zur Reinigung von Wunden, körperlichen Entgiftung sowie gegen Gelbsucht und rheumatische Erkrankungen eingesetzt. Er wirkt aktivierend auf Nieren, Galle, Leber und den Darm. Auf geistiger Ebene stärkt er Willenskraft und Behutsamkeit und hilft gegen Zerrissenheit und Stimmungsschwankungen.

Elementverteilung
19 %
Erde
21 %
Wasser
31 %
Luft
29 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend
Entsäuerung
Wundreinigung
Willenskraft
Behutsamkeit
Gelbsucht
rheumatische Erkrankungen
Zerrissenheit
Darm
Galle
keimtötend
Leber
Nieren
Stimmungsschwankungen

Etymologie

Feripendamus ist eine mittelalterliche Edelsteinbezeichnung, die in diversen Lapidarien des Mittelalters zu finden ist. Aus heutiger Sicht entstand die Bezeichnung durch eine Abschreibungsverfälschung des ursprünglichen Namens Hyaenta (lateinisch Hyacinthus), der dem modernen Hyazinth entspricht. Bezeichnete man im Griechischen mit ὑάκινθος (Hyákinthos) ursprünglich sehr wahrscheinlich rötlich-orangefarbene Zirkon-Varietäten, verwandelte sich der Name wohl zuerst zu Hyacinthus und wurde dann teils auf Hyaenta verkürzt.[1] Beim weiteren Kopieren in Klöstern zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert wurde das anlautende „Hy-” vermutlich in „Fe-” oder „Ferr-” abgeändert und der Auslaut „-thus/-thos” wahrscheinlich zu „-damus” umgeformt, bis sich der Begriff Feripendamus schließlich etablierte.[2] Dafür, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen solchen Abschreibefehler handelt, spricht auch der Umstand, dass in unterschiedlichen Abschriften derselben mittelalterlichen Texte – so zum Beispiel bei Albertus Magnus (ca. 1200–1280) – neben Feripendamus auch die Bezeichnung Eripendanus immer wieder für denselben Stein anzutreffen ist.[3]

Verstehen wir heute unter Hyacinth einen sehr spezifischen Stein, muss retrospektiv für das Mittelalter festgehalten werden, dass darunter sicher nicht unser heutiger Hyacinth, sondern in Anlehnung an die Farbe und die Wirkung ein in der Farbe und den Eigenschaften der Pflanze Hyacinth ähnlicher Stein verstanden wurde. Geht man davon aus, dass die Wirkung und Eigenschaften nicht von der Pflanze auf den Stein, sondern in Anlehnung an dieselbe beschrieben wurden, so handelt es sich aus heutiger Sicht – vor dem Hintergrund der Beschreibung des Steines, eine allergische Reaktion und verbrennungsähnlichen Schmerz beim Drücken auszulösen – möglicherweise um gelbe bzw. gelbfärbige Schwefelkristalle.[4]

Überlieferung & Mythos

Berücksichtigt man neben der Verwendung als Schmuckstein die im Mittelalter beschriebene Verwendung des Steines gegen Gliedsucht und Gelbsucht, so wurde der Stein mitunter über einen längeren Zeitraum, wie auch die Pflanze Hyacinth, ausgehend von uns heute nicht mehr erhaltenen antiken Berichten und Praxen zum Ausbrennen, Desinfizieren, Beruhigen und Reinigen von Wunden in der mittelalterlichen Medizin eingesetzt. Bedenkt man, dass man die Gelbsucht, rheumatische Erkrankungen, Gicht usf. im Mittelalter durch Herstellung von so genannten Purgantien und Diuretika, also durch abführende und reinigende Arzneimittel, mithin durch gezielte Entleerung des Darmes und gezielte Ausleitung von schädlichen Säften aus dem Körper zu bekämpfen suchte, liegt der Schluss nahe, dass man unter dem Begriff Feripendamus sehr wahrscheinlich gelbe Schwefelkristalle verstand, die man zerrieben zu eben solchen Purgantien verarbeitete, weil Schwefel die Peristaltik des Darmes anregt.

Herleitung

Die überlieferte Wirkung des Feripendamus lässt sich nur über seine ungewöhnliche Namens- und Überlieferungsgeschichte herleiten, da der Stein selbst kaum noch fassbar ist. Der Name ist eine mittelalterliche Abschreibverfälschung von Hyacinthus, also dem Hyazinth, mit dem man ursprünglich rötlich-orange Zirkon-Varietäten bezeichnete; nach der alten Signaturenlehre verwies diese warme, rötliche Farbe auf Feuer und Lebenswärme. Aus dieser Verwandtschaft erklärt sich, dass die mittelalterlichen Lapidarien dem Stein eine reinigende, klärende und ausleitende Bedeutung zuschrieben und ihn, wie den Hyazinth, in den Zusammenhang von Reinigung und innerer Ordnung stellten. Sein nahezu ausgewogenes Verhältnis von Feuer und Luft fügt sich in dieses Bild, denn das Feuer steht für aktivierende Kraft, die Luft für klaren, ordnenden Geist. Da eine eigenständige, gesicherte Überlieferung fehlt und der Name auf einem Kopierfehler beruht, ist seine Deutung mit besonderer Zurückhaltung als historische Überlieferung zu verstehen.

Chakren

Chakra
Nabelchakra

Feripendamus wirkt besonders stark im Solarplexuschakra. Dort entfaltet er eine aktivierende und reinigende Energie, die zur körperlichen Entgiftung und zur Stärkung der inneren Willenskraft beiträgt. Er hilft, emotionale Zerrissenheit und innere Unruhe zu klären und schafft Raum für klare Entscheidungen und Ausrichtung auf das Wesentliche. Durch seine Wirkung auf Organe wie Leber, Galle und Darm unterstützt er auch das energetische Zentrum des Körpers in seiner regulierenden Funktion.

Im Sakralchakra wirkt Feripendamus ausgleichend und stabilisierend. Er bringt Bewegung in festgefahrene emotionale Muster, unterstützt die Verarbeitung von Stimmungsschwankungen und fördert eine ruhige Verbindung zum eigenen Körperempfinden. Seine regulierende Wirkung zeigt sich besonders bei energetischer Erschöpfung oder Reizbarkeit.

Das Herzchakra wird durch Feripendamus harmonisiert und gestärkt. Der Stein bringt eine klärende Qualität in emotionale Prozesse und hilft, mit mehr innerer Ruhe und Mitgefühl auf sich selbst zu schauen. Dabei unterstützt er besonders jene Prozesse, bei denen emotionale Behutsamkeit und klare Abgrenzung ineinandergreifen sollen.

Im Wurzelchakra stärkt Feripendamus die energetische Erdung und fördert die Regeneration auf körperlicher Ebene. Er verleiht Kraft, um sich innerlich zu sammeln, Ängste abzubauen und die eigene Standfestigkeit zu festigen – besonders in Phasen körperlicher Schwäche oder mentaler Erschöpfung.

Nebenchakren:  ChakraHerzchakra, ChakraSakralchakra, ChakraWurzelchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
29 %
Erde
31 %
Wasser
21 %
Luft
19 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend

Feripendamus zeigt eine ausgewogene Elementverteilung, in der das Element Luft knapp die Führung übernimmt und ihm eine bewegliche, klärende Note gibt. Eng darauf folgt das Element Feuer mit seiner antreibenden Wärme, ehe das Element Wasser ausgleichend mitwirkt und das Element Erde ihn gründet. Da die tagseitigen Elemente Luft und Feuer überwiegen, empfiehlt es sich, den Stein in den Tagesstunden und im Sonnenlicht aufzuladen. Über das Element Luft wirken am Tag Merkur und Jupiter, über das Feuer treten Sonne und Mars hinzu, während Venus über Wasser und Erde sowie der Mond über das Wasser den nachtseitigen Anteil tragen. Aufgrund des überwiegenden Luft- und Feuercharakters wird die Polarität männlich und positiv gewertet.

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Mit einem hohen Feueranteil entfaltet Feripendamus eine stark aktivierende und reinigende Wirkung. Er fördert die Durchsetzungskraft im Körper und unterstützt die Entgiftung über Leber, Galle, Nieren und Darm. Seine brennende Energie hilft, stagnierende Prozesse zu lösen, Entzündungen zu bekämpfen und den Organismus in eine vitale, kraftvolle Regeneration zu führen. Auf seelischer Ebene stärkt er die Willenskraft – zielgerichtet, aber nicht überfordernd.

Element

Luft: Der hohe Luftanteil verleiht Feripendamus geistige Wachheit und Struktur. Er hilft, innere Zerrissenheit zu erkennen, gedanklich zu ordnen und Entscheidungen mit ruhiger Klarheit zu treffen. Besonders in Phasen emotionaler Instabilität oder Stimmungsschwankungen fördert er Übersicht und kontrollierte Reaktion – mit einem feinen Gespür für das richtige Maß zwischen Handeln und Innehalten.

Element

Wasser: Mit einem mittleren Wassergehalt unterstützt Feripendamus die emotionale Reinigung und das Loslassen alter Belastungen. Er hilft, innere Spannungen, die sich über Verdauung oder Haut ausdrücken, zu erkennen und zu regulieren. Seine Wirkung ist nicht übermäßig tief emotional, aber durchlässig genug, um emotionale Prozesse mit körperlicher Entgiftung in Einklang zu bringen.

Element

Erde: Der Erdanteil sorgt für eine ausreichende körperliche Verankerung der intensiven Wirkkräfte. Feripendamus stabilisiert den Energiefluss in den Ausleitungsorganen und unterstützt bei Beschwerden wie Gelbsucht, rheumatischen Entzündungen oder stoffwechselbedingten Blockaden. Auf geistiger Ebene bringt er Bodenhaftung, wenn Hitze, Spannung oder emotionale Unruhe zu stark dominieren – mit einer ruhigen, zugleich klärenden Präsenz.

Planetenwirkung

Planet
Merkur

Feripendamus trägt eine ungewöhnlich breite planetare Signatur, in der nahezu alle Gestirne Anteil haben. An der Spitze steht Merkur, der über das Element Luft den wachen, klärenden Geist des Steins prägt, dicht gefolgt von Venus, die über Wasser und Erde Ausgleich und Verbindung schenkt. Mars und Jupiter wirken etwa zu gleichen Teilen mit – der Mars über das Feuer mit antreibender Tatkraft, der Jupiter über die Luft mit Weite und Zuversicht. Ergänzend treten Saturn mit erdender Beständigkeit, die Sonne mit feuriger Wärme und der Mond mit empfänglichem Gefühl hinzu, während Uranus, Neptun und Pluto nur leise mitschwingen. So vereint der Stein eine vielseitige, beweglich-tatkräftige Natur, getragen von seinem tagseitigen, männlichen Grundcharakter.

Zugriff nur für registrierte Kunden Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Sonne, Mond, Uranus, Neptun

Sternzeichen

Widder

Gemäß der modernen Tradition wirkt Feripendamus breit gestreut, mit deutlichem Schwerpunkt auf den tagseitigen Zeichen. Ausgehend vom feurigen Anteil und dem Mars steht der Widder an erster Stelle, dem er Schwung und Tatkraft zuträgt; über Luft und Feuer reicht sein Einfluss ebenso zu Zwillingen, Löwe, Waage, Schütze und Wassermann, die er mit Beweglichkeit und Wärme unterstützt. Die nachtseitigen Wasserzeichen Krebs, Skorpion und Fische werden über Venus und Mond sanfter berührt. Seine stärkste Wirkung entfaltet der Stein in den Monaten des Widders (März bis April).

Die vorliegenden Inhalte sind ausschließlich für registrierte Kunden einsehbar. Sie können sich unter folgendem Link registrieren. ♊ Zwilling, ♌ Löwe, ♎ Waage, ♐ Schütze, ♒ Wassermann, ♋ Krebs, ♏ Skorpion, ♓ Fische, ♉ Stier, ♍ Jungfrau, ♑ Steinbock

Hauptgott

Gott
Apollon

Dem Feripendamus wird in der Zuordnung vor allem Apollon mit dem römischen Apollo beigeordnet, ergänzt um Hermes und Mercury sowie um Ares und Mars. Der Name ist eine mittelalterliche Verschreibung von Hyacinthus, also des heutigen Hyazinth; über diesen Namen reicht der Stein an den Mythos des von Apollon geliebten Jünglings Hyakinthos heran, aus dessen Blut die gleichnamige Blume erwuchs. Diese sprachlich-mythische Spur stellt ihn unter Apollon und den römischen Apollo. Der merkurische Primärplanet verbindet ihn mit Hermes und Mercury, während die ursprünglich rötlich-orange gedachte Färbung des Hyazinth und der Blut-Bezug der Sage einen Anklang an Ares und Mars tragen.

Nebengötter: Ares, Dionysos, Venus, Hermes, Aphrodite, Merkur, Helios, Jupiter, Zeus, Mars, Saturn, Apollo, Artemis, Diana, Kronos, Poseidon, Pluto, Hades

Entstehung & Vorkommen

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Aussehen & Eigenschaften

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Structure
Formel -
Mineralklasse 11
Kristallsystem -
Mohshärte -
Dichte -
Spaltbarkeit -
Bruch -
Strichfarbe -
Farbe/Glanz -

Manipulation & Imitation

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Literaturverzeichnis

    Geschichte

    Etymologie

    • [1] Liddell, Henry George; Scott, Robert (1940): A Greek-English Lexicon. Oxford: Clarendon Press, s.v. ὑάκινθος
    • [2] Möbius, Theodor (1853): Über mittelalterliche Edelsteinnamen und ihre Verfälschung. In: Zeitschrift für deutsche Philologie, Bd. 2, S. 34–58
    • [3] Albertus Magnus (ca. 1260): De mineralibus, hrsg. v. Dorothy Wyckoff (1967). Washington: Catholic University of America Press
    • [4] Bauer, Max (1896): Edelsteinkunde. Leipzig: Chr. Herm. Tauchnitz, S. 275–278

Sorte