Etymologie
Der Name Andenopal ist zusammengesetzt aus Anden — dem südamerikanischen Hochgebirge, aus dem der Stein vor allem in Peru gewonnen wird — und Opal; der Zusatz „blau“ benennt die zarte, hellblaue Körperfarbe. Der Gattungsname Opal geht über das lateinische opalus und das griechische ὀπάλλιος (opállios) letztlich auf das altindische (sanskritische) उपल (upala, „Stein, Edelstein“) zurück. Der Name der Anden selbst wird meist auf das Quechua-Wort anti zurückgeführt, ist in seiner Herleitung jedoch nicht endgültig gesichert. Während Opal allgemein eine reiche antike Überlieferung besitzt, ist der blaue Andenopal ein erst in neuerer Zeit gehandelter Stein, dessen Name ein moderner Fundort- und Farbname ist. Mineralogisch handelt es sich um eine durch Kupferverbindungen blau gefärbte Varietät des gemeinen Opals (SiO₂·nH₂O).
Überlieferung & Mythos
Der blaue Andenopal ist ein undurchsichtiger, zart hellblauer Opal aus den Anden (vor allem Peru). Der Gattungsname Opal geht ueber lateinisch 'opalus' auf das sanskritische 'upala' (Stein) zurueck. Waehrend Opal allgemein eine reiche antike Ueberlieferung besitzt, ist der blaue Andenopal ein erst in neuerer Zeit gehandelter Stein; seine Deutung knuepft an seine sanfte, himmelblaue Faerbung an.
Herleitung
Die überlieferte Deutung des blauen Andenopals leitet sich vor allem aus seiner sanften, hellblauen bis blaugrünen Farbe ab. Nach der alten Signaturenlehre verwies ein zartes Himmelblau auf Ruhe, Weite und gelöste Klarheit, nicht auf Antrieb oder Tatkraft. Aus dieser Farbsymbolik erklärt sich, dass man dem Stein in der Überlieferung eine beruhigende, ausgleichende und die Gefühle sanft lösende Wirkung zuschrieb und ihn mit innerer Stille und gelassener Mitteilung verband. Sein vollständig fehlender Feueranteil und der hohe Wasseranteil unterstreichen dieses Bild, denn das Element Wasser steht für Gefühl, Tiefe und seelisches Empfinden, während die ruhige Luftbeimischung ein klares, geordnetes Denken trägt. Der Gattungsname Opal geht über das lateinische opalus auf das sanskritische upala (Stein) zurück; eine eigenständige antike Überlieferung zum blauen Andenopal aus den Anden ist jedoch kaum bekannt, sodass seine heutige Bedeutung als sanfter Ruhestein wesentlich aus der Farbdeutung und der modernen Steinkunde stammt.
Chakren
Elemente
− −

nachtladend
Der blaue Andenopal wird in seiner Elementverteilung deutlich vom Element Wasser beherrscht, das ihm seine stille, fließende und nach innen gewandte Note verleiht. Stabilisierend tritt das Element Erde hinzu, gefolgt von einem leichteren Anteil des Elements Luft, während das Element Feuer ganz zurückbleibt und seinem kühlen Wesen fremd ist. Aufgrund des hohen Wasseranteils empfiehlt es sich, den Stein während der Nachtstunden aufzuladen. Über die Elemente Wasser und Erde üben in der Nacht besonders die Gestirne Venus, Saturn und Mond ihren Einfluss aus, während am Tag über das Element Luft vor allem der Merkur hinzutritt. Die Polarität wird aufgrund des vorherrschenden Wasser- und Erdcharakters weiblich und negativ gewertet.
Feuer: Da Andenopal keinen Feueranteil besitzt, wirkt er nicht ueber Impuls oder Aktivierung, sondern ueber Ruhe, Sanftheit und Ausgleich. Er nimmt innere Hektik und hilft, in eine stille, geloeste Grundstimmung zu finden.
Luft: Der moderate Luftanteil unterstuetzt ein klares, ruhiges Denken und eine gelassene, freundliche Mitteilung. Andenopal hilft, Gedanken zu ordnen und sich behutsam, aber verstaendlich auszudruecken.
Wasser: Durch seinen hohen Wasseranteil wirkt Andenopal stark auf die seelische Ebene. Er foerdert emotionale Tiefe und Beruhigung, unterstuetzt das sanfte Loesen angestauter Gefuehle und wirkt troestend und ausgleichend.
Erde: Mit seinem erhoehten Erdanteil verankert Andenopal seine sanfte, kuehlende Wirkung gut im Koerper. Er wirkt beruhigend, ausgleichend und stabilisierend auf das allgemeine Koerpergefuehl.
Entstehung & Vorkommen
Der blaue Andenopal ist ein gemeiner (nicht edler) Opal aus der Andenregion, vor allem aus Peru. Er besteht wie alle Opale aus wasserhaltiger amorpher Kieselsäure (SiO2·nH2O), die sich in oberflächennahen, niedrigtemperierten Milieus aus kieselsäurereichen Lösungen abscheidet [1]. Ein Farbenspiel zeigt er nicht; strukturell gehört er zu den wenig geordneten Opalen (opal-A/opal-CT) gemäß der Einteilung nach dem Ordnungsgrad [1].
Die blaue bis blaugrüne Körperfarbe beruht auf eingelagerten Kupfermineralen; die Körperfarbe der Opale wird allgemein durch geringe Gehalte von Nicht-Silizium-Begleitelementen bestimmt [1]. Beim Andenopal stammt der Ton aus feinverteiltem Chrysokoll bzw. anderen Kupferverbindungen, die zusammen mit der Kieselsäure ausgefällt werden [2]. Die Vorkommen sind eng an die kupferführenden Lagerstätten der peruanischen Anden gebunden [2].
Aussehen & Eigenschaften
Der blaue Andenopal ist eine blaue bis blaugruene Varietaet des amorphen Opals (SiO2*nH2O) aus den Anden; seine Farbe beruht auf eingelagerten Kupferverbindungen. Er ist wie alle Opale amorph, ohne Kristallsystem, und stellt ein erstarrtes, wasserhaltiges Kieselgel dar[2].
Physikalisch zeigt er die fuer Opal typischen Werte: Mohshaerte 5,5-6,5, Dichte 2,0-2,2 g/cm3, keine Spaltbarkeit, muscheliger Bruch, weisser Strich und glas- bis wachsartiger Glanz; meist ist er durchscheinend und optisch isotrop.
Die blaue Koerperfarbe ist chromophorisch und nicht durch Beugung bedingt: Rossman (1994) fuehrt blaue Opalfarben mancher Vorkommen auf Kupferminerale zurueck[1]. Da Nebenelemente im Si-O-Geruest die Koerperfarbe bestimmen[2], verweist die Kurzformel mit dem Zusatz Cu auf den kupferbedingten Farbcharakter; dies dient zugleich als diagnostisches Merkmal gegenueber eisenroten oder farblos-amorphen Opalen.
| Formel |
SiO2·nH2O (Cu) |
| Mineralklasse |
4 |
| Kristallsystem |
amorph |
| Mohshärte |
5,5-6,5 |
| Dichte |
2.0-2.2 |
| Spaltbarkeit |
keine |
| Bruch |
|
| Strichfarbe |
weiß |
| Farbe/Glanz |
Glas-/Wachsglanz |
Manipulation & Imitation
Andener Blauopal (peruanischer Opal, SiO2·nH2O) besitzt eine charakteristische himmels- bis meerblaue Grundfarbe, die von Chrysokoll-Einlagerungen oder organischen Pigmenten herrührt, und ist häufig opak bis schwach transluzent. Im Handel kommt er gelegentlich mit Öl oder Wachs imprägniert vor, um Risse zu kaschieren und die Farbe zu intensivieren; in manchen Fällen wird blasses Material mit blauen Farbstoffen nachgebessert [1]. Da peruanischer Opal bisweilen eng mit Chrysokoll vergesellschaftet ist, ist bei der Aufbereitung des Rohmaterials eine sorgfältige Prüfung nötig.
Andener Blauopal wird leicht mit blauem Chalcedon, gefärbtem Howlith, Türkis, Larimar und Chrysokoll verwechselt, die alle eine ähnliche Blaugrünfärbung aufweisen können. Glasimitationen in Hellblau werden gelegentlich als peruanischer Opal angeboten; synthetischer peruanischer Opal ist im kommerziellen Markt nicht bekannt [2].
Die niedrige Brechzahl von Opal (n ≈ 1,44–1,46) erlaubt am Refraktometer eine sichere Abgrenzung von Türkis (n ≈ 1,61), Chalcedon (n ≈ 1,53) und Chrysokoll (n ≈ 1,575) [3]. Peruanischer Blauopal zeigt unter UV-Licht häufig eine grünliche Fluoreszenz, die bei Glasimitationen und Türkis meist ausbleibt. Bei gefärbtem Howlith sind unter dem Mikroskop die typischen grauen Adern zu erkennen, die beim echten Opal fehlen.