Rauchobsidian

SiO2-reiches Vulkanglas

Synonyme: Apachentraene (Apachentraenen), Rauchobsidian; allgemeine Obsidian-Synonyme: Vulkanglas, Lavaglas, Glasachat, Islaendischer Achat, Pechstein; Hinweis: Apachentraenen sind kleine Obsidiankugeln in hellem Perlit

Rauchobsidian verankert durch seinen kräftigen Erdanteil fest im Körper, gibt Schutz und Halt und trägt über einen moderaten Feueranteil eine verhaltene Wärme mit sachten Impulsen zur Selbstbehauptung. Das vulkanische Glas mit rauchig-durchscheinender Tönung entsteht wie alle Obsidiane aus rasch erstarrter Lava und gilt in der Überlieferung, wie Obsidiane allgemein, als Schutzstein. Auf geistiger Ebene ist er mit geringem Luftanteil eher ein Stein der Tat als des Denkens, während der spürbare Wasseranteil hilft, Belastendes loszulassen und das Innere zu klären.

Elementverteilung
40 %
Erde
25 %
Wasser
15 %
Luft
20 %
Feuer
+ −
Ladungtagladend

Etymologie

Der Name Rauchobsidian ist zusammengesetzt aus dem deutschen Wort Rauch, das die rauchig-braune bis graubraune, durchscheinende Tönung beschreibt, und Obsidian. Der Gattungsname Obsidian geht auf das lateinische obsidianus (lapis) zurück, das bei Plinius dem Älteren überliefert ist; nach seiner Darstellung soll ein gewisser Obsius (oder Obsidius) das vulkanische Glas in Äthiopien entdeckt haben. Die heute übliche Form mit -d- beruht wahrscheinlich auf einem alten Lese- beziehungsweise Druckfehler: Ältere Lesarten geben obsianus lapis und Obsius, während sich die geläufige Form obsidianus durch Verschreibung — möglicherweise in Anlehnung an lateinisch obsidium („Belagerung“) — durchsetzte. Der Bestimmungsteil Rauch ist ein reiner Farbname und kennzeichnet keine eigene mineralogische Art, sondern eine getönte Varietät des Obsidians. In der Überlieferung gelten Obsidiane allgemein als Schutzsteine; der Name selbst ist antiken Ursprungs und beschreibend-personengebunden.

Überlieferung & Mythos

Rauchobsidian ist ein vulkanisches Glas mit rauchig-durchscheinender Tönung; wie alle Obsidiane entsteht er aus rasch erstarrter Lava. In der Überlieferung gelten Obsidiane allgemein als Schutzsteine.

Herleitung

Die überlieferte Wirkung des Rauchobsidians leitet sich vor allem aus seiner rauchig-dunklen, braunschwarzen Färbung und seiner Herkunft als vulkanisches Glas ab. Nach der alten Sicht galten dunkle, erdverbundene Steine als abschirmend und bewahrend; das gedämpfte, rauchige Schwarz wurde als ruhiger Schutz gedeutet, der nicht abweist, sondern sammelt und hält. Wie alle Obsidiane entsteht er aus rasch erstarrter Lava, weshalb sich die für diese Steingruppe überlieferte Rolle als Schutzstein auch auf ihn überträgt; aus dieser Verbindung erklärt sich, dass man ihm in der Überlieferung eine schützende, erdende und das Belastende lösende Wirkung zuschrieb und ihn mit Halt, Standfestigkeit und einer ruhigen Selbstbehauptung verband. Sein kräftiger Erdanteil unterstreicht diese verankernde Deutung, während der maßvolle Feueranteil eine verhaltene Wärme und sachte Impulse zur Selbstbehauptung beiträgt. In der modernen Steinkunde wird der Rauchobsidian weiterhin überwiegend als sanfter, erdender Schutzstein gedeutet.

Chakren

Chakra
Wurzelchakra

Rauchobsidian wirkt besonders kraftvoll im Wurzelchakra, wo er Erdung, Stabilität und körperliche Vitalität fördert. Sein rauchbraun-schwarzer Ton und der kräftige Erdanteil verankern seine Wirkung spürbar im Körper – er gibt Halt, Schutz und eine ruhige, gesammelte Ausstrahlung. Wer sich entwurzelt oder äußeren Belastungen ausgesetzt fühlt, findet in ihm einen beständigen Begleiter, der zur eigenen Mitte zurückführt. Die verhaltene Wärme seines Feueranteils gibt dabei sachte Impulse zur Selbstbehauptung, ohne zu drängen.

Im Stirnchakra unterstützt Rauchobsidian weniger die scharfe Analyse als die ruhige innere Klarheit. Sein spürbarer Wasseranteil hilft, Belastendes loszulassen und das Innere zu klären, sodass sich der Blick von selbst ordnet. So fördert er eine geerdete Form der Erkenntnis – eine Klarheit, die aus Gelassenheit und Loslösung erwächst statt aus angestrengtem Grübeln.

Nebenchakren:  ChakraStirnchakra

Das Wort Chakra ist Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Rad, wird gelegentlich aber auch mit Kreis oder Lotosblüte übersetzt. Grundlegend handelt es sich bei Chakren um Energiezentren welche die innere mit der äußeren Welt verbinden. Die klassischen sieben Hauptchakren befinden sich bei allen Lebewesen entlang der Wirbelsäule.

Elemente

Elementverteilung
20 %
Erde
15 %
Wasser
25 %
Luft
40 %
Feuer
+ −
Ladungnachtladend

Der Rauchobsidian wird in seiner Elementverteilung vom Element Erde beherrscht, das ihm seine geerdete, beständige und schützende Note verleiht. Ergänzend wirkt das Element Wasser ausgleichend mit, gefolgt von einem feurigen Anteil, der ihm eine wehrhafte Kraft gibt, während das Element Luft am stärksten zurücktritt. Aufgrund des hohen Erdanteils empfiehlt es sich, den Stein während der Nachtstunden aufzuladen. Über die Elemente Erde und Wasser üben in der Nacht besonders die Venus, der Saturn und der Mond ihren Einfluss aus, während am Tag über das Element Luft der Merkur hinzutritt. Die Polarität wird aufgrund des vorherrschenden Erdcharakters weiblich und negativ gewertet.

Wie bei allen Steinen übt das Element Feuer einen spirituellen, das Element Luft einen psychologischen, das Element Wasser einen mentalen und das Element Erde einen physischen Einfluss in Wechselwirkung mit dem Makrokosmos auf uns aus.

Element

Feuer: Mit seinem moderaten Feueranteil trägt Rauchobsidian eine verhaltene Wärme. Er gibt sachte Impulse zur Selbstbehauptung, ohne zu überhitzen.

Element

Luft: Sein geringer Luftanteil macht Rauchobsidian eher zum Stein der Tat als des Denkens; analytische Schärfe ist nicht seine Stärke.

Element

Wasser: Der spürbare Wasseranteil verbindet Rauchobsidian mit der Gefühlswelt. Er hilft, Belastendes loszulassen und das Innere zu klären.

Element

Erde: Durch seinen kräftigen Erdanteil verankert Rauchobsidian fest im Körper. Er gibt Schutz, Halt und eine ruhige, gesammelte Ausstrahlung.

Planetenwirkung

Planet
Venus

Der Hauptplanet des Rauchobsidians ist die Venus, ergänzt von Merkur, Saturn und Mond. Die Venus wirkt über die Elemente Erde und Wasser und schenkt dem Stein Ausgleich, Anmut und ein tragfähiges Gespür für Harmonie und Beständigkeit. Der Merkur greift über das Element Luft und öffnet die geistig-sprachliche Ebene mit klarem Denken und wachem Blick. Der Saturn erdet über das Element Erde und steht für Struktur, Geduld und Schutz, während der Mond über das Element Wasser das empfängliche, gefühlsbetonte Wesen des Steins stärkt. Im Zusammenspiel dieser Kräfte verbindet sich erdende Beständigkeit mit feinem Empfinden und klarer Wachheit, getragen vom erdbetonten, nachtseitigen Charakter des Steins.

Zugriff nur für registrierte Kunden Merkur, Saturn, Mond

Sternzeichen

Stier

Gemäß der modernen Tradition übt der Rauchobsidian ausgehend von seinem Hauptplaneten Venus einen besonders starken Einfluss auf Persönlichkeiten aus, die im Sternzeichen Stier geboren sind; dem erdverbundenen Zeichen schenkt er Beständigkeit, Ruhe und einen festen Stand. Über den Merkur reicht seine Wirkung zur Jungfrau, der er Klarheit und Ordnung zuträgt, und über den Saturn zum Steinbock, den er in Geduld und Struktur bestärkt. Ergänzend wirkt er über den Mond auf den Krebs, dem er geerdete Geborgenheit gibt. Eine besonders starke Wirkung besitzt der Stein in den Monaten des Stiers (April bis Mai).

Die vorliegenden Inhalte sind ausschließlich für registrierte Kunden einsehbar. Sie können sich unter folgendem Link registrieren. ♍ Jungfrau, ♑ Steinbock, ♋ Krebs

Hauptgott

Gott
Aphrodite

Dem Rauchobsidian werden in der Zuordnung vor allem Aphrodite und ihr römisches Gegenstück Venus beigeordnet, ergänzt um Hermes und Mercury sowie die strengen Gottheiten Kronos und Saturn. Eine eigene mythologische Überlieferung zu diesem rauchig getönten Vulkanglas ist nicht bekannt; die Zuordnung folgt daher seinem Wesen und der deutlich überwiegenden Venusstellung. Die starke Gewichtung der Venus und der Bezug zum Sternzeichen Stier weisen den Stein Aphrodite und Venus zu, während sein dunkler, geerdeter und seit jeher als schützend überlieferter Charakter zu Kronos und Saturn sowie ergänzend zu Hades und Pluto führt. Seine Entstehung aus rasch erstarrter Lava verbindet ihn zudem mit den Feuer- und Schmiedegottheiten Hephaistos und Vulcanus.

Nebengötter: Venus, Hermes, Merkur, Apollo, Saturn, Diana, Artemis, Vulcanus, Kronos, Pluto, Hephaistos

Entstehung & Vorkommen

Rauchobsidian ist eine rauchbraun bis graubraun durchscheinende Varietaet des Obsidians, eines natuerlichen vulkanischen Glases. Es entsteht, wenn silikatreiche (rhyolithische bis dazitische) Lava mit einem SiO2-Gehalt von typischerweise ueber 70 Prozent so rasch abkuehlt, dass eine Kristallisation weitgehend unterdrueckt wird und ein amorpher Festkoerper erstarrt. Die rauchige Faerbung geht in der Regel auf feinst verteilte Eisenoxid-Mikrolithe (Magnetit, Haematit) beziehungsweise auf den Oxidationszustand des Eisens in der Glasmatrix zurueck[1].

Die Bildung erfolgt an oder nahe der Erdoberflaeche im Zuge sauren Vulkanismus, vorzugsweise an Lavadomen und an den Raendern rhyolithischer Lavastroeme, wo der Waermeentzug am schnellsten ist. Weil natuerliches Glas thermodynamisch metastabil ist, entglast aelterer Obsidian mit der Zeit; geologisch junge vulkanische Einheiten liefern daher die besten Vorkommen. Im zentralen Mittelmeerraum zaehlen die Insel Lipari (Aeolische Inseln, rund 30 km noerdlich von Sizilien) und Pantelleria zu den klassischen, bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzten Obsidianquellen[2]. Weitere bedeutende Liefergebiete liegen in vulkanisch aktiven Regionen wie Mexiko, dem Westen der USA, Island und der Tuerkei.

Aussehen & Eigenschaften

Rauchobsidian ist eine rauchbraun bis graubraun durchscheinende Varietaet des Obsidians und gehoert damit zu den natuerlichen vulkanischen Glaesern. Wie alle Obsidiane besitzt er kein Kristallsystem: Die rasche Abkuehlung silikatreicher Lava unterdrueckt eine geordnete Gitterbildung, sodass ein amorpher, glasartiger Festkoerper erstarrt (System: amorph). Chemisch handelt es sich um ein SiO2-reiches Vulkanglas mit Beimengungen von Al2O3, Eisenoxiden (FeO/Fe2O3) sowie Alkalien (K2O, Na2O). Die rauchig-braeunliche Faerbung und die nur teilweise Durchsichtigkeit gehen weniger auf einzelne chromophore Ionen als auf feinst verteilte Mikrolithe und Eisenoxide in der Glasmatrix zurueck; der Oxidationszustand des Eisens (Fe2+/Fe3+) und die Lichtstreuung an mikroskopischen Einschluessen bestimmen den Farbton. In Obsidianen treten zudem haeufig spherulitische Einschluesse von Quarz und Feldspat auf, die als kleine, kugelige Aggregate erkennbar sind[1].

Physikalisch verhaelt sich Rauchobsidian wie ein Glas: Die Mohshaerte liegt bei etwa 5 bis 5,5, die Dichte im Bereich von rund 2,35 bis 2,5 g/cm3. Eine Spaltbarkeit fehlt vollstaendig; stattdessen bricht das Material muschelig (konchoidal) und bildet sehr scharfe Kanten - ein Verhalten, das aus dem ungeordneten Glasnetzwerk resultiert und das den Werkstoff bereits in vorgeschichtlicher Zeit fuer die Klingenherstellung attraktiv machte. Der Glanz ist glasartig (vitreus), die Strichfarbe weiss bis grau. Die Transparenz reicht je nach Dicke und Einschlussdichte von durchscheinend (in duennen Partien rauchbraun) bis nahezu opak. Da natuerliches Glas optisch isotrop ist, zeigt es im Gegensatz zu kristallinen Mineralen keine Doppelbrechung[2].

Diagnostisch wird Obsidian vor allem ueber das Fehlen jeglicher kristalliner Ordnung von aehnlich dunklen, aber kristallinen Mineralen abgegrenzt; im Duennschliff bleibt das Glas isotrop und liefert keine Interferenzfarben[2]. Zur Material- und Herkunftsbestimmung haben sich geochemische Verfahren etabliert: Mittels tragbarer Roentgenfluoreszenz (pXRF) lassen sich Obsidiane anhand ihrer Spurenelementgehalte (u. a. Rb, Sr, Y, Zr, Nb) sowie ueber das Verhaeltnis von Eisen (Fe) zu Rb/Sr einzelnen Lagerstaetten zuordnen[3]. So sind etwa die peralkalinen Glaeser von Pantelleria an ihrem deutlich hoeheren Eisengehalt und einem charakteristischen gruenlichen Stich erkennbar, waehrend die Obsidiane von Lipari ueberwiegend schwarz bis grau erscheinen und kleine spherulitische Einschluesse fuehren[4]. Eine Abgrenzung gegenueber dunklen Glaesern kuenstlicher Herkunft gelingt ueber die chemische Signatur und das Einschlussinventar.

Structure
Formel SiO2-reiches Vulkanglas
Mineralklasse 4
Kristallsystem amorph
Mohshärte 5-5,5
Dichte 2.35-2.5
Spaltbarkeit keine (muschelig)
Bruch
Strichfarbe weiß
Farbe/Glanz Glasglanz

Manipulation & Imitation

Rauchobsidian ist eine durchscheinende, rauchig-graue bis braeunliche Varietaet des Obsidians, eines natuerlichen vulkanischen Glases (rasch erstarrte, kieselsaeurereiche Lava). Als amorphes Glas wird Obsidian praktisch nicht im ueblichen Sinn "veredelt" - es gibt kein Brennen, Bestrahlen oder Traenken wie bei kristallinen Steinen. Die schmueckenden Effekte mancher Varietaeten (etwa Schiller bei Regenbogen- oder Silberobsidian) beruhen auf feinsten natuerlichen Einschluessen und werden nicht kuenstlich erzeugt[1].
Die eigentliche Manipulationsfrage betrifft daher die Nachahmung: Weil Obsidian selbst ein Glas ist, laesst er sich besonders leicht durch kuenstliches Glas ersetzen. Dunkel gefaerbtes Industrieglas ist das haeufigste Imitat und nach dem Polieren kaum vom Naturprodukt zu unterscheiden[1]. Auch glasige Schlacke aus der Metallverhuettung (als "Schlacken-Obsidian" gehandelt) wird oft verwechselt[2]. Kraeftig blaue, gruene oder rote "Obsidiane" sind nahezu immer eingefaerbtes Kunstglas, da solche Farben in der Natur kaum vorkommen[2]. Daneben wird gefaerbter schwarzer Onyx (Chalcedon) als Obsidian ausgegeben[1].
Zur Unterscheidung hilft die Lupe: Kuenstliches Glas enthaelt oft runde Gasblaeschen, waehrend natuerliche Blaeschen im Obsidian gestreckt oder lagig angeordnet sind und die Fliessstrukturen ruhig und gerichtet verlaufen, nicht chaotisch wie in Schlacke[1][2]. Der Brechungsindex des Obsidians liegt bei etwa 1,48 bis 1,51 und trennt ihn von Chalcedon (Onyx) und anderen kristallinen Nachahmungen; gefaerbter Onyx zeigt zudem unter Vergroesserung eine parallele Baenderung statt eines muscheligen Glasbruchs[1].

Literaturverzeichnis

Sorte